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Der Name Jusaitis

Gesammelte Informationen

Die Familie Jusaitis kam im 15. und 16. Jahrhundert von Preussen nach Litauen. Zur heutigen Zeit leben ca. 180 Menschen mit dem Familiennamen Jusaitis in Litauen (1). Vor der Vertreibung 1944/45 soll es in Litauen 13 große Familien Jusaitis gegeben haben. Durch Auswanderung am Beginn des 20.Jahrhunderts und letztendlich durch die Wirren des 2. Weltkrieges sind die Mitglieder der Familie mittlerweile über den ganzen Erdball verstreut, Amerika, Australien, usw.

“Namen wie (...) Jusaitis (...) sind entweder "nativ litauisch" oder entstanden aus deutschen und slawischen Familiennamen durch Anhaengen von "(*)is" (2).” Die Schreibweisen des Familiennamens Jusaitis können dabei durchaus variieren: So tauchen u.a. Juseitis, Joseitis, aber auch die eingedeutschte Form Jussait bzw. Jusseit auf.

Wertvolle Hinweise zur Entstehung des Namens Jusaitis bekam ich per E-Mail: “Zunächst einmal ist der Name alt-prußisch und leitet sich ab von "juse/juche"="Fleischbrühe". Es dürfte sich um einen anerkennenden Namen für eine spezielle Fähigkeit handeln. Tatsächlich gibt es auch Namen wie Kumpis=Schweinefleisch oder Puttrus=Erbs-Kartoffelbrei. Ich tippe mal, dass der Name prußisch-schalauisch ist, also im Memeldelta anzusiedeln ist. Die Menschen lebten dort im Mittelalter in der Wildnis als Halbnomaden, etwa wie die heutigen südamerikanischen Indianer oder kanadische Trapper. Später wurden unter dem Einfluss des Deutschen Ordens die Wälder gerodet, und die Männer, die nur eine kleiner Gartenstelle hatten, mussten sich als Losmänner verdingen, um die Familie zu ernähren. Mein Urgroßvater arbeitete z. B. in den russisch-litauisch Wäldern als Holzfäller in einem reinen Männertrupp. Nach der Schneeschmelze wurden die Baumstämme zu riesigen Flößen gebunden und die Memel hinuntergeflößt und in den Memeler Zellulosefabriken verarbeitet. Dann konnten die Männer auch ihre Familien besuchen. Tagsüber wurde geflößt, abends machte man am Ufer halt und kochte sich seine Mahlzeiten. So schätze ich, dass die, welche besonders schmackhaft kochen konnten, mehr oder weniger verdonnert wurden, immer zu kochen und erhielten dann auch einen scherzhaften Spitznamen zu ihrem Spezialgericht. Prußen zeichneten sich durch eine Vorliebe für Spitznamen aus.” (3)

Die Vorfahren der Familie Jusaitis waren schon lange im landwirtschaftlichen Bereich tätig. So heißt es in derselben Quelle: “Im Amt Linkuhnen Krs.Tilsit wird zwischen 1741-1747 im Dorf Norwischeiten ein Jurge Jußeit mit 1,1 Hufe geführt (1 Hufe ist etwa 17 Hektar) (...) Im Amt Heydekrug im Dorf Eglien Nicklau wird Andruth Jußaitis mit 0.27 Hufe geführt. Dazu schreibt der Steuerinspektor, "Saltzburger, Schweitzer, Naßauer und andere Deutsche sind keine im Ambte auf Huben Gesetzte vorhanden", also alles einheimische Prußen, Zemaiten, Kuren oder Litauer. Alle werden als gute Wirte bezeichnet, nur seien viele durch Mißwachs, Viehsterben und Unglücksfälle oder wegen schlechter Äcker "zurückgekommen" (4)

Quellen:

(1) Jonas Jusaitis,  jjusaiti@takas.lt, Email vom 02.08.2000

(2) Beitrag in  /FIDO/GER/GENEALOGY, von Ewald Keil am 25.04.1997

(3) Beate Szillis-Kappelhoff, kappelhoff.salzbergen@t-online.de, Email vom 08.08.2000, u.a. in Bezug auf: H. Kenkel "Amtsbauern und Kölmer im nördlichen Ostpreußen um 1736", Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, Hamburg, 1972

(4) ebd.

 

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